Nicht nur im Business relevant
Puh, hier war es lange still. Mein Blog war irgendwie kein Thema mehr. Dabei liebe ich das Schreiben doch. Dabei ist nicht wichtig, nach welchem Schreiben du mich fragst.
Als Autorin schreibe ich natürlich vor allem am PC, aber meine aktuellen Buchprojekte entstehen auch in Notizbüchern. Das Schreiben mit der Hand macht nämlich einen wesentlichen Unterschied bei unserer Art zu denken.
Genau darüber habe ich in einem Interview mit Jörg Maire von Recht im Unternehmen gesprochen.
Hier kannst du das ganze Interview lesen:
Worüber viel zu wenig gesprochen wird.
Vor einigen Tagen durfte ich ein Interview geben, in dem es um Themen ging, die mich seit vielen Jahren begleiten: Kreativität, Selbstständigkeit, Datenschutz und die Frage, wie man ein Unternehmen aufbaut, ohne sich dabei selbst zu verlieren.
Beim Lesen ist mir wieder bewusst geworden, dass all diese Themen eigentlich miteinander verbunden sind.
Fokussiert statt gleichzeitig
Multitasking existiert in der realen Welt nicht. Dieser Mythos hält sich hart und hat nichts mit Geschlechtern oder Identitäten zu tun. Kein Mensch kann zwei Dinge gleichzeitig, ohne dabei Abstriche an der Qualität zu machen. Genau deshalb gehe ich meine Projekte immer Schritt für Schritt an. Das habe ich durch die Bullet Journal Methode® gelernt. Warum das Bullet Journal für mich mehr ist als ein Kalender. Ein weiteres Thema des Interviews war meine Begeisterung für die Bullet Journal Methode®. Sie ist nicht nur im Business relevant, sondern auch privat eine enorme Hilfe.
Viele verbinden Bullet Journals mit perfekt gestalteten Seiten voller Illustrationen. Dabei geht es im Kern um etwas ganz anderes: bewusstes Denken.
Seit ich mich intensiver mit der Methode beschäftige und die Kurse von Ryder Carroll absolviert habe, nutze ich sie vor allem als Werkzeug, um meine Gedanken zu ordnen und Entscheidungen bewusster zu treffen.
Ein Bullet Journal muss nicht schön aussehen. Es muss funktionieren.
Datenschutz beginnt nicht erst im Unternehmen
Als ausgebildete Datenschutz- und Compliancebeauftragte begegnen mir immer wieder dieselben Fehler.
Viele Soloselbstständige investieren viel Zeit in Marketing und Sichtbarkeit, vergessen dabei aber grundlegende rechtliche Anforderungen. Ein fehlendes Impressum, unüberlegte Kaltakquise oder der Einsatz datenschutzrechtlich problematischer Tools passieren häufiger, als man vermuten würde. Auch hier würde mehr Reflexion und Recherche helfen, anstatt in Panik zu geraten.
Dabei ist Datenschutz kein Hindernis für Kreativität. Im Gegenteil. Wer seine Prozesse von Anfang an sauber aufsetzt, kann später deutlich entspannter arbeiten.
Selbstständigkeit mit chronischer Erkrankung
Ein Abschnitt des Interviews war für mich besonders persönlich.
Ich spreche mittlerweile offen darüber, dass ich mit einer chronischen Erkrankung lebe. Lange hatte ich selbst die Sorge, ob Selbstständigkeit und Pflegegrad überhaupt zusammenpassen.
Heute weiß ich: Sie können es.
Natürlich bedeutet das nicht, dass jeder Tag gleich verläuft. Manche Pläne müssen angepasst werden. Manche Projekte dauern länger. Aber Selbstständigkeit kann gerade deshalb eine große Chance sein, weil sie Flexibilität ermöglicht.
Ich wünsche mir, dass mehr Menschen den Mut haben, über ihre Herausforderungen zu sprechen. Erfolg sieht für jeden Menschen anders aus.
Kreativität ist eine Haltung
Ein Gedanke begleitet mich schon lange: Kreativität beginnt nicht beim Zeichnen. Viele Menschen denken hier nur in einer Dimension, aber das ist nur bedingt richtig. Kreativität beginnt bereits viel früher.
Sie beginnt beim Denken.
Wer neue Lösungen findet, ungewöhnliche Fragen stellt oder bekannte Wege verlässt, handelt bereits kreativ. Deshalb wünsche ich mir, dass Kreativität nicht länger als Talent verstanden wird, sondern als Fähigkeit, die jeder entwickeln kann, wenn er ihr eine Chance gibt.
Gerade in Zeiten künstlicher Intelligenz gewinnen echte Handschrift, persönliche Perspektiven und individuelle Kunst für mich sogar noch stärker an Bedeutung. Sie können ein Marker sein, der den Unterschied macht. Wer kreativ denkt, hat am Markt mehr Chancen, aber nur wenn er sich von Vorurteilen gegenüber diesem Thema nicht ausbremsen lässt.
Mein wichtigster Wunsch
Wenn ich einen Gedanken aus dem Interview mitnehmen dürfte, dann diesen:
Wir dürfen neugieriger werden.
Nicht jeder Mensch muss einen sechsstelligen Umsatz erzielen, um erfolgreich zu sein. Nicht jeder Lebensweg verläuft geradlinig. Und nicht jeder Mensch passt in eine einzige Schublade.
Ein vielseitiges Unternehmen ist kein Bauchladen.
Für mich bedeutet Erfolg heute vor allem eines: morgens mit Freude an die eigene Arbeit zu gehen und abends das Gefühl zu haben, etwas Sinnvolles geschaffen zu haben.
Genau daran möchte ich auch in Zukunft festhalten, solange meine Gesundheit mir das noch möglich macht.
Oben findest du den Link zum Interview. Ich freue mich, wenn du dort auch reinschaust, denn diese Möglichkeit über meine Themen zu sprechen, hat mich sehr dankbar gemacht.
Bye und Shalom,

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